Neue Werkzeuge für mehr Effizienz
Neben dem intensiven Austausch standen für uns vor allem die aktuellen Produktentwicklungen im Fokus, die entweder präsentiert wurden oder sich in den einzelnen Gesprächen ergeben haben.
Der sprichwörtliche Elefant im Raum war – wenig überraschend – das Thema KI. Sie hält inzwischen Einzug in nahezu alle Bereiche der Erstellung und Prüfung barrierefreier Dokumente. Der PAC (PDF Accessibility Checker) bleibt davon nicht unberührt und bietet ganz aktuell mit der neuen Version weiterentwickelte KI-gestützte Prüfmechanismen. Diese finden sich künftig auch in der MacOS-Version wieder, die Patrick Foster von axes4 in einer Alpha-Version präsentierte. Die Benutzeroberfläche bleibt dabei erfreulich vertraut und bietet weiterhin die etablierten Funktionen zur Fehleranalyse.
In zwei Vorträgen zeigten Alexander Pfingstl und Stefan Farnetani den aktuellen Stand der Barrierefreiheit öffentlicher Webseiten. Das Fazit: Es gibt weiter noch erheblichen Nachholbedarf, wobei neben den automatisierten Test die qualitative Prüfungen von Bedeutung sind. Der grüne Haken in PAC ist nicht ausreichend. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sich viele der typischen Fehler inzwischen mit Automatisierungstools wie PDFix effizient beheben lassen.
Innovationstreiber ist an dieser Stelle Accessibility Cloud, deren CEO Jan Lundin zu Gast war. Neben der etablierten PDF-Validierung wurden neue KI-basierte Funktionen zur Bewertung alternativer Texte vorgestellt. Gerade hier entstehen aktuell spannende Möglichkeiten – etwa die automatische Umwandlung komplexer Geschäftsgrafiken in besser verständliche Tabellen.
Auch bei axesWord gibt es interessante Neuerungen: Klaas Posselt präsentierte neue Funktionen zur Erstellung von Formularfeldern direkt in Microsoft Word. Das erleichtert die Erstellung barrierefreier Formulare erheblich, da die Felder nicht mehr nachträglich mit Adobe Acrobat ergänzt werden müssen. Letzteres bleibt jedoch relevant, wenn zusätzliche JavaScript-basierte Interaktionen erforderlich sind.
Neben Word ist Adobe InDesign weiterhin eines der zentralen Werkzeuge für die Dokumentenerstellung. Für den direkten Export in barrierefreie PDF/UA-Dateien führt kein Weg an MadeToTag vorbei. Karina Zander und Rene Treuber von axaio software hatten als Besucher ein Heimspiel. Mit der neuen Automate-Version von MadeToTag, wird die Effizienz in Workflows deutlich gesteigert.
Auch das Thema Massendokumente bzw. Transaktionsdokumente wurde adressiert. Achim Schuch (Dialog Group) und Markus Meyer (Doculution) beleuchteten die besonderen Anforderungen bei großen Dokumentenvolumen. Lösungen wie axesFlip oder PDFix setzen genau hier an. Der typische Workflow bleibt dabei bestehen: PDFs werden zunächst wie gewohnt erzeugt und anschließend template-basiert in PDF/UA konvertiert.
Zum Abschluss präsentierte Thomas Schemp von axes4 eine kleine, aber eindrucksvolle KI-Demo. Sie zeigte klar: Getaggte PDFs liefern dank ihrer strukturierten Inhalte deutlich präzisere Ergebnisse, während unstrukturierte PDFs zu fehlerhaften Interpretationen führen. Barrierefreie PDFs gewinnen damit eine völlig neue strategische Bedeutung für Unternehmen und Organisationen.
Euskirchen, März 2026
