Neue Werkzeuge für mehr Automatisierung bei der Validierung

Gerade bei der Analyse von Inhalten spielt KI ihre Stärken aus – insbesondere dann, wenn sie gezielt trainiert wurde. Und genau hier beginnt ein spannender Wandel in der Validierung von Barrierefreiheit.

Der PDF Accessibility Checker wird in der Version PAC 2026 eine KI-basierte semantische Strukturprüfung bieten. Diese macht Fehler sichtbar, die durch rein technische Prüfungen nicht erkannt werden. Das ist ein echter Mehrwert. Zugegeben: Die Entwicklung steht noch am Anfang, nicht alle Probleme werden bereits zuverlässig identifiziert. Aber: Die KI zeigt schon heute konkrete Schwachstellen, die gezielt korrigiert werden können. Der Hersteller axes4 ist hier klar auf dem richtigen Weg – und angesichts der dynamischen KI-Entwicklung ist mit deutlichen Verbesserungen zu rechnen.

Ähnlich spannend ist PDF4WCAG von Dual Lab, ein auf veraPDF basierender Prüfdienst. Der Service kombiniert „machine checks“ mit „human checks“ zur Validierung der WCAG-2.2-Kriterien. Laut Hersteller befindet sich die Lösung noch im experimentellen Stadium – die bisherigen Ergebnisse sind jedoch vielversprechend. Perspektivisch dürfte sich der Prüfaufwand für PDFs deutlich reduzieren, unterstützt durch stärker automatisierte Prozesse.

Was für PDFs gilt, gilt zunehmend auch für Webseiten. Die Barrierefreiheitsexperten von Accessibility Cloud arbeiten im Rahmen der KI-Initiative ACAI an einer erweiterten Validierung, deren Einführung für 2026 geplant ist. Auch hier ist klar: Mehr Automatisierung bedeutet weniger manuellen Aufwand bei Prüfung und Auditierung.

Bei der automatisierten Erstellung von barrierefreien Dokumenten zeigt ich der Einsatz von KI als noch etwas holperig, die Erstellung alternativer Texte für Bilder und Grafiken ist jedoch anerkannt und nützlich. Ein Schwachstelle war bisher, dass nur das Bild übergeben wird und der Zusammenhang fehlte. Mit dem PDFix SDK kann nun auch der umliegende Text als Kontext mit übergeben werden, so dass bessere Ergebnisse erzielt werden.

2026 wird ein spannendes Jahr für KI in der Barrierefreiheits-Validierung. Die Entwicklung ist klar positiv – nicht als Ersatz für Fachwissen, sondern als kräftiger Verstärker. Am Ende profitieren alle: Prüfer, Organisationen – und vor allem die Nutzer. Für alle genannten Lösungen gibt es bereits kostenlose Testversionen oder sie sind angekündigt. Ein eigener Eindruck lohnt sich.

Euskirchen, Januar 2026